Werkbeschreibung


Es stehen zwei Vertonungen des «Magnificat» auf dem Programm: das wenig bekannte Werk von Johann Kuhnau (1660–1722) und das viel bekanntere von Johann Sebastian Bach (1685– 1750). Beide Komponisten sind aus der Barockepoche und beide waren – nacheinander – Thomas-Kantoren in Leipzig. Beide sind, auch bei der Vertonung dieses grossen biblischen Textes, im Grunde eines Geistes und gehen doch sehr unterschiedlich zu Werke.

Dietrich Bonhoeffer schrieb am 3. Advent 1933 über das biblische Magnificat (Lukas 1,46–55):
«Das Lied der Maria ist das leidenschaftlichste, wildeste, ja man möchte fast sagen, revolutionärste Adventslied, das je gesungen worden ist. Es ist nicht die sanfte, zärtliche, verträumte Maria, sondern es ist die leidenschaftliche, hingerissene, stolze, begeisterte Maria, die hier spricht.»

Eben dies spiegelt sich zweifellos auch in den prachtvollen Kompositionen Kuhnaus und Bachs, die sich in mancherlei Hinsicht gleichen: Der fünfstimmige Chor mit fünf SolistInnen und das festliche Barockorchester mit Pauken und Trompeten geben lebendigen und kräftigen Ausdruck einer festen und frohen Zuversicht.

Zwischen die beiden Chorwerke zum Magnificat kommt ein Instrumentalwerk zu stehen: das Doppelflötenkonzert in G-Dur von Anton Stamitz (1750–1809). Es wird von den namhaften Berner Flötisten Kaspar Zehnder und Ana Ioana Oltean interpretiert. Begleitet werden die beiden – so wie auch der ORPHEUS CHOR Bern – vom OPUS Orchester Bern. 

Dieses einzigartige Projekt zeichnet sich aus durch die programmatische Homogenität, die ungewöhnliche Kombination der aufzuführenden Werke, die Mischung aus Vokal- und Instrumentalmusik, die internationale Besetzung der Solistenrollen und die Kooperation eines Schweizer Chores mit Orchester.