Pressestimmen


 

Samuele - Oratorio in due parti von Giovanni Simone Mayr

Insgesamt gehört dir, dem Chor und den Solisten ein grosses Lob! Eine solche «Ausgrabung» aufzuführen ist schon fast eine Heldentat. Es handelt sich ja eigentlich um eine Oper in Form eines Oratoriums, also eine sehr komplexe Ausgangslage.  Aber du hast das schier Unmögliche geschafft, auch die zahlreichen Abstufungen vom Secco- zum Accompagnato-Rezitativ und zu den chorischen Passagen wurden sehr differenziert dargestellt, und das mit einem Laienchor, der deine Intentionen umsetzen konnte. (...) Die Solistinnen und Solisten fand ich überdurchschnittlich gut, vor allem Lisa Läng, die gestalterisch und stimmlich nicht nur eine absolute Spitzenleistung ablegte, sondern dazu auch noch sympathisch war, mit einer grossen Ausstrahlung.

(Walter Kläy, Musikjournalist, November 2019)

 

Gross im Kleinen

(..) Mit dem Einstieg in das Hauptwerk des Abends, Schuberts Messe in Es-Dur, verflog die Zurückhaltung des Chores. Endlich liess der Orpheus-Chor hören, mit welchem Nachhall hundert Stimmen die Kirchenschiffe erfüllen können. Auch rhythmisch war nun eine stärkere Präsenz zu vernehmen, was sich gerade in den zwei langen Fugen zeigte: Durch zweimal über zweihundert ineinander verschachtelte Texte musste sich der Chor hindurchwinden. Das gelang unter der sicheren Leitung von Rudolf Rychard mit Präzision und Verve. (..) 

Auch Schuberts gross angelegtes Werk lebt immer wieder von liedhafter, romantischer Ästhetik. Der Orpheus-Chor kostete gerade diese sanfteren, kammermusikalischen Moment eindrucksvoll aus. Und überzeugte im Kleinen.  

(Berner Zeitung, 6.11.2017)             

 

Mozart und die Hirsche

Ein Wagnis mit Risiken: Der Orpheus Chor, begleitet vom Berner Symphonieorchester, nimmt sich Mozarts einstündiger Mammutmesse in c-Moll an. (...)

Chorleiter Rudolf Rychard führt seinen Chor weitgehend sicher durch die anspruchsvolle Partitur. In den getragenen Passagen scheinen die hohen Register auf Kosten der Intonation etwas angespannt. Zu überzeugen vermögen hingegen die Herren, welche zielstrebig in die vielschichtigen Fugati führen. (...)

Nach dem ernsten Riesen strahlen zur Auflockerung hundert Minihirsche von den Rückseiten der Chornoten. Händel und Bach standen auch bei Felix Mendelssohn Bartholdys Vertonung der 42.Psalm «Wie der Hirsch schreit» Pate. Als Epilog des Konzerts herrscht in den üppigen Chören und Sopransoli eine romantische Tonsprache.

Jedenfalls erklingt Mendelssohns vertontes Glaubensbekenntnis wesentlich differenzierter. Alles in allem liefert der Orpheus Chor, wenn auch mit einigen Abstrichen, eine ambitionierte, aber lobenswerte Leistung ab: entsprechend der gebührende Applaus.

(Berner Zeitung, 2. 11. 2015)

  

Ein Auftakt und zwei Meisterwerke

"Im Berner Konzertwinter hat der Orpheus Chor auch dank immer wieder überraschender Programmgestaltung seinen festen Platz... vereinte Dirigent Rudolf Rychard kühn drei Werke, wie sie verschiedener kaum sein könnten... Das bot dem Chor, dem Opus-Orchester und den vorzüglichen Solisten beste Entfaltungsmöglichkeiten... die Aufgabe für den vielstimmig eingesetzten Chor ist anspruchsvoll und dankbar..." (Der Bund, 10.12. 2013)

 

Eine opernhafte Messe - Rossinis "Petite Messe solennelle"

"Bereits zu Beginn gestaltete der Chor im "Kyrie" ein wunderschönes Pianissimo und liess das in einem Kirchenraum selten gehörte Zusammenspiel von Harmonium und Klavier sich prächtig entfalten ... Angestachelt von den Solisten, schwang sich der Chor zu Höchstleistungen empor. Solch klare Verständlichkeit und präzise Absprachen sind selten zu hören. Unvermittelt vermochte sich der Chor gar noch zu steigern. Den Schluss der Messe sang er mit Gewinn auswendig."

(Der Bund, 11.3.2013)

 

John Rutter und Bach

"Ein innovatives Programm, bei dem ein Chor keine Angst vor schönen Klängen haben darf ... Dirigent Rudolf Rychard gelingt es, Rutters flächige Choräle und Arien facettenreich mit differenzierten Zwischentönen aufzuladen und durch dynamische Steigerungen und excellente Pianissimi die Sätze zu modellieren ... Der kraftvolle Chorsatz zum Schluss, den der Orpheus Chor auswendig singt, setzt dem Konzertabend ein Glanzlicht auf."

(Der Bund, 15.9. 2012)

 

Benjamin Britten: Saint Nicolas Cantata 

"Stellenweise grandios: der Orpheus Chor in der Französischen Kirche.

Aufhorchen lässt bereits die Wahl des selten gespielten Werks, dessen subtile Umsetzung wunderbare Momente erzeugt. Sei es die Interaktion des Gesangs auf der Bühne mit den Stimmen, die sich überraschend von der Orgelempore zu Wort melden, die feinfühlige Interpretation des mit zwei Pianisten und reichlich Perkussion originell besetzten Orchesterparts ... der vielschichtige Charakter der Kantate ist allemal in guten Händen ... Besonders eindringlich schliesslich Rolf Romeis Gestaltung der Titel-Partie... Grossartig! Dies gilt ebenso für Passagen, in denen sich Chor- und Solo-Einsätze zu betörenden Klangcollagen verdichten, die ähnlich verdatterte Stille hinterlassen wie der gewaltige Schluss und dafür sorgen, dass der auch dynamisch äusserst differenzierte Konzertabend wohl in manchem Gedächtnis haften bleibt."

(Der Bund, 10.12.2011)

 

Puccini und Dvorak ergreifend interpretiert. … Der zahlreiche, altbewährte Stamm von Sängerinnen und Sängern, der Nachwuchsreichtum im Chor und die ausdrucksvollen Tenor- und Bassstimmen führten zu einer herrlichen, selten erlebten Klangfülle und –schönheit. … Die Aufführung gipfelte in einem ergreifenden, das ganze Konzert krönenden Jubelchor. Das Publikum war begeistert.“ (Liechtensteiner Vaterland, 30.5.2011)

„Im „Quoniam tu solus Sanctus“ gelingen schöne klangliche Mischungen mit den Bläsern und kraftvolle dynamische Steigerungen. … In diesem wuchtig instrumentierten Werk beweist der Chor Durchschlagskraft und tolle rhythmische Präzision. Im „Dignare Domine“ sind die „Miserere nostri“-Einwürfe des Chors ergreifend.“ (Der Bund, 28.5.2011)

 

"Der Schweizer Erstaufführung des 1994 komponierten Oratoriums "Voices of Light" nimmt sich der Orpheus Chor an und zeigt damit, dass er als einer der besten Chöre auf dem Platz Bern bezeichnet werden darf.“

(Der Bund, 30.1.2010)